Demenz-Wegweiser herausgebracht: DIKO macht Schluss mit dem Behörden-Dschungel

Die Broschüre ist kostenlos bei DIKO an der Alexanderstraße 189 erhältlich.

Den „Wegweiser Demenz“ hat die Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO) jetzt in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg herausgegeben und offiziell Oldenburgs Sozialdezernentin Frau Dagmar Sachse überreicht. Die 56 Seiten umfassende Broschüre informiert Betroffene und Interessierte umfassend und leicht verständlich über das Thema Demenz.

Über 3.500 Demenzkranke sind es allein in Oldenburg, die mit ihren Familien und Freunden die Erkrankung und ihre Folgen bewältigen müssen und im Verlauf der Krankengeschichte durch ein Wechselbad der Gefühle gehen. Genau sie sollen mit dem Wegweiser angesprochen werden. „Der Wegweiser verschafft Betroffenen einen ersten Überblick über die Beratungs- und Hilfemöglichkeiten in Oldenburg“, freut sich der Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

„Wir wissen aus unseren täglichen Gesprächen mit Betroffenen, dass ihnen die Hilfen oft nicht bekannt sind und sie sich vor dem Behördendschungel fürchten“, berichten Ute Richwien-Emken und Renate Gerdes von DIKO. Der „Wegweiser Demenz“ erklärt nicht nur, was sich hinter dem Begriff Demenz verbirgt, er stellt zudem alle medizinischen Einrichtungen und Fachärzte vor, die sich mit der Erkrankung auseinandersetzen und sie behandeln. Darüber hinaus enthält er alle vorhandenen Entlastungsangebote wie eine Gedächtnissprechstunde, Beratungsstellen, Bewegungsangebote, Selbsthilfeorganisationen, Wohneinrichtungen, therapeutische Versorgungsmöglichkeiten sowie kulturelle Angebote.

Außerdem kommen vier Expertinnen und Experten zu Wort, die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Demenz-Erkrankung blicken. Dr. Thomas Brieden, Direktor der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie an der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn, hat täglich mit Betroffenen zu tun und weiß, „Demenz zu haben heißt nicht, dass das Leben vorbei ist.“ Er informiert über Therapiemöglichkeiten, spricht über die Gedächtnissprechstunde in seiner Klinik und über das Verhältnis zwischen an Demenz Erkrankten und Pflegenden.

Silke Reichel, Geschäftsführerin eines Oldenburger Pflegedienstes, rät Betroffenen, alle gesetzlichen Hilfen unbedingt auszuschöpfen. Sie weiß, wie es Betroffenen bei der Diagnose Demenz geht, welche Achterbahnfahrt der Gefühle sie erleben. Welche Rechte Betroffene haben und wie sie die gesetzlichen Hilfen im Alltag in Anspruch nehmen können, darüber informiert sie.

Johanna Kiy hat zehn Jahre ihren an Demenz erkrankten Mann alleine gepflegt und berichtet über diese Zeit. Sie würde es immer wieder tun. Gleichwohl verschweigt sie nicht, wie schwer diese Zeit für sie war und dass sie nach dem Tod ihres Mannes in ein tiefes Loch gefallen ist. „Ich bin jetzt auf der Suche nach meinem Lebenssinn“, sagt sie und ich wäre froh gewesen, wenn es damals schon eine Anlaufstelle wie DIKO gegeben hätte.“

Petra Zeiner betreut ehrenamtlich Demenzkranke und bekennt: „Dieses Ehrenamt tut mir richtig gut.“ Sie besucht an Demenz Erkrankte in ihren vier Wänden, entlastet deren Pflegende für ein paar Stunden und berichtet, sehr viel von den ihr Anvertrauten zu lernen. „Wir sind ja alle auf Leistung getrimmt. Wenn ich mit ihnen zusammen bin, gibt es weder Zwänge noch Leistung. Da geht es nur um Lebensqualität und Spaß und genau das tut mir unglaublich gut.“


Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)

Postanschrift:
Demenz-Informations- und
Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)
Alexanderstr. 189
26121 Oldenburg
info@diko-ol.de

Unser Spendenkonto
Kontoinhaber:
Versorgungsnetz Gesundheit e. V.
IBAN:  DE71 3006 0601 0005 5870 50
BIC:  DAAEDEDD
Stichwort: DIKO