Kurzzeit-, Urlaubs- und Verhinderungspflege

Wenn die häusliche Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen vorübergehend nicht gesichert ist, ist die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung ein möglicher Ausweg. Diese Lösung kann zum Beispiel in folgenden Fällen in Frage kommen:

  • wenn der oder die pflegende Angehörige erkrankt, erschöpft oder auf Reisen ist,
  • nach einem Krankenhausaufenthalt der pflegebedürftigen Person,
  • wenn die Grenzen der häuslichen Versorgung erreicht sind, also beim Übergang in eine dauerhafte Heimunterbringung (wobei Kurzzeitpflege sehr gut als Probewohnen in diesem Heim genutzt werden kann.)


Die Kurzzeitpflege als Leistung der Pflegeversicherung findet in der Regel in einer stationären Pflegeeinrichtung statt, die mit den Pflegekassen einen Versorgungsvertrag abgeschlossen hat. Die Höhe dieser Leistungen ist bei den Pflegegraden 2,3,4 und 5 identisch. Für maximal 28 Tage im Jahr kann die/ der erkrankte Angehörige dort in Obhut gegeben werden, so dass die Pflegeperson in diesem Zeitraum zum Beispiel einen Erholungsurlaub in Anspruch nehmen kann. Kurzzeitpflegeeinrichtungen übernehmen während der Aufnahme die komplette Versorgung der erkrankten Person. Viele Einrichtungen haben sich auf die Versorgung demenziell erkrankter Menschen eingestellt und bieten ein entsprechendes Versorgungs- und Beschäftigungsangebot. Die Pflegekassen gewähren dafür auf Antrag einen Geldbetrag in Höhe von 1.612,00 €.

Durch die Kombination mit den Leistungen der Urlaubs- bzw. Verhinderungspflege kann der Zeitraum der Kurzzeitpflege auf bis zu 56 Tage und die Gesamtsumme auf bis zu 3.224,00 € verdoppelt werden. Die Urlaubs- bzw. Verhinderungspflege ist ebenfalls eine Leistung, die über die Pflegekasse beansprucht werden kann. Ebenfalls für maximal 28 Tage pro Jahr ist es möglich, die erkrankte Person zum Beispiel durch einen Pflegedienst oder eine nahestehende Person zu Hause versorgen zu lassen, wenn die Hauptpflegeperson (zum Beispiel durch Krankheit oder Erholungsurlaub) verhindert ist.

Die Pflegekasse übernimmt für die Versorgung durch einen Pflegedienst bis zu 1.612,00 €, für die Versorgung durch Angehörige in der Regel nur das Pflegegeld zuzüglich eventueller Aufwendungen wie Fahrgeld oder Verdienstausfall (maximal 1.612,00 €). DIe Verhinderungspflege kann auch in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung durchgeführt werden. Durch die Kombination mit den Leistungen der Kurzzeitpflege kann der Zeitraum der Verhinderungspflege auf bis zu 42 Tage und die Gesamtsumme auf bis zu 2.418,00 € aufgestockt werden.

Es ist aber zu bedenken, dass der vorübergehende Aufenthalt in einem Heim für Menschen mit Demenz sehr belastend sein kann. Die Verhinderungspflege ermöglicht hingegen sehr flexible Lösungen für den Ersatz der Pflegeperson. Kurzzeitpflege kann grundsätzlich von jedem Pflegeheim geleistet werden. Allerdings gestaltet sich die Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz oftmals sehr schwierig, da die Heime voll belegt sind. In Oldenburg führt die Suche nach einem freien Kurzzeitpflegeplatz bisweilen weit ins Umland. 

Weitere Informationen erhalten Sie im Senioren- und Pflegestützpunkt der Stadt. www.oldenburg.de

Kontakt:
Demenz-Informations- und
Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)
Alexanderstr. 189
26121 Oldenburg
Fon: 0441 7706 6857
Email: info@diko-ol.de

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