Anerkannte Betreuungsangebote zur Unterstützung im Alltag: Betreuungs- und Entlastungsleistungen §45b SGB XI

Neben dem Pflegegeld und der Pflegesachleistung stehen Pflegebedürftigen auch zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach §45b SGB XI zur Verfügung.
Eine Liste über die Einrichtungen in Oldenburg finden Sie am Ende dieser Seite.

Was sind zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen?
Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen sind eine finanzielle Hilfe seitens der Pflegekasse. Diese richtet sich an alle Pflegebedürftigen und wird zusätzlich zu den herkömmlichen Leistungen gezahlt.

Wer kann zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach §45 SGB XI beziehen?
Seit 2015 können Menschen ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz diese Leistungen in Anspruch nehmen. Das bezieht sich jedoch nur auf die Pflegebedürftigen, welche in einer ambulanten, also häuslichen Wohnform leben.

Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz?
Die Kriterien für die sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz sind im Gesetz festgelegt. Sie sind beispielsweise erfüllt, wenn der oder die Pflegebedürftige die Tendenz dazu aufweist, wegzulaufen, wenn er oder sie gefährliche Situationen verursacht, die eigene Versorgung nicht mehr gewährleisten kann, eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus’ aufweist oder aggressives Verhalten zeigt. Diese Bedingungen für eine entsprechende Einstufung treffen vor allem auf demenzkranke Personen zu.

Wie viel Geld steht mir zu?
Seit Anfang 2017 werden gemäß §45b SGB XI jedem Patienten, unabhängig vom Pflegegrad, zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von 125 Euro monatlich von der Pflegeversicherung an Leistungen zur Verfügung gestellt.

Die monatliche Summe wird nicht an die pflegebedürftige Person oder ihre Angehörigen ausgezahlt, sondern kann verwendet werden für Dienstleistungen, die für die Pflege vonnöten sind.

Welche Leistungen können abgerechnet werden?
Bei den zusätzlichen Betreuungsleistungen und Entlastungsleistungen handelt es sich um eine Pflegesachleistung. Damit ist es möglich, die Leistungen der Pflegekasse für die Betreuung der Nacht- und Tagespflege, die Kurzzeitpflege und die Verhinderungspflege aufzuwenden. Das heißt, dass diese Dienste in einem höheren Maße in Anspruch genommen werden können. Damit werden Angehörige  länger entlastet. Die Leistung erstreckt sich auch auf zugelassene Pflegedienste, die ein besonderes Angebot aufweisen, das über die Grundpflege hinausgeht. Hierbei geht es vor allem um die Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung der pflegebedürftigen Person.   

Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote
Darüber hinaus sind folgende niedrigschwellige Betreuungsangebote mit der Pflegeversicherung abrechenbar:

  • Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags
    z.B. unterstützende Anleitung für pflegende Angehörige / Nahestehende, Betreuung der Korrespondenz mit Behörden
  • Organisation von individuell benötigten Hilfeleistungen
    z.B. Organisation eines Hausnotrufgeräts, Hilfsmittelbesorgung
  • Entlastung von pflegenden Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Pflegenden
    z.B. Begleitung außerhalb des Hauses, Hilfestellung bei pflegebedingten Umbaumaßnahmen der Wohnung
  • Unterstützung im Haushalt
    z.B. Haushalt reinigen, Zimmerpflanzen bewässern, Versorgung von Haustieren, die eigene Versorgung usw.
  • Betreuungsleistungen
    z.B. Beaufsichtigung zur Entlastung von pflegenden Angehörigen, Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten

Wenden Sie sich an die u.a. aufgeführten Einrichtungen zwecks zusätzlicher Leistungen über die Pflegeversicherung. Sie werden dort individuell und ausführlich beraten.

Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)

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