Aktuelles

Normal leben mit Demenz - 180 Interessierte bei Veranstaltung des DemenzNetzes Oldenburg

Oldenburg. 180 Interessierte kamen zu der Veranstaltung  „Demenz – Kein Aus für das Leben“ in der Reihe „WissenSCHAFFT Gesellschaft“, zu der das DemenzNetz Oldenburg und die Demenz-Informations- und Koordinationsstellle Oldenburg (DIKO) am 14.11.2018 ins EWE Forum Alte Fleiwa eingeladen hatte.

Die Diagnose Demenz löst sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen und Freunden einen Schock und meistens Hilflosigkeit aus. Was ist jetzt noch möglich, fragen sie sich. „Demenz ist kein Aus für das Leben“, stellten Renate Gerdes und Ute Richwien-Emken von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO) klar. Das bestätigten auch die unterschiedlichen Referenten, die in Kurzvorträgen über neue Erkenntnisse sowie richtige Handlungsweisen berichteten.

Über Psychosoziale Therapie bei Demenz informierte Prof. Dr. Elmar Gräßel von der Universitätsklinik Erlangen. Seit 17 Jahren erforscht er nicht-medikamentöse Therapien und hat in verschiedenen Studien herausgefunden, dass sowohl motorische, alltagspraktische und kognitive Aktivierung als auch sozialkommunikative Komponenten eine sehr positive Wirkung auf Demenzkranke haben. Es ginge darum, neuronale Reserven zu aktivieren.

Dr. Ayda Rostamzadeh von der Universitätsklinik Köln beschäftigt sich mit Früherkennung und Prävention der Alzheimer-Erkrankung. Mit Hilfe verschiedener neurologischer Test könne die Erkrankung bereits in sehr frühem Stadium diagnostiziert und frühzeitig Hilfen gegeben werden, berichtete sie. Es  komme allerdings immer wieder vor, dass Menschen in ihre Gedächtnissprechstunde kämen, die  nicht an Demenz erkrankt  aber dennoch vergesslich seien. Sie klärt dann ab, ob sich dahinter etwa eine Depression oder eine Schilddrüsenunterfunktion verbirgt, die ähnliche Symptome mit sich bringen. Übergewicht, Bluthochdruck, Inaktivität und Rauchen würden eine mögliche Demenz negativ beeinflussen ebenso wie Gefäßerkrankungen, sagte sie.

Dr. Ulrike Kehrer, Dozentin an der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg, musiziert erfolgreich mit demenziell Erkrankten und stellt eine hohe Zufriedenheit und erheblich weniger Aggressivität bei ihnen  fest. Die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Frauke Koppelin von der Jade Hochschule ermunterte Betroffene und ihre Angehörigen, sich gerade nicht zurückzuziehen, sondern in jeder Beziehung am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Körperliche, geistige und soziale Aktivitäten seien bei Demenz besonders wichtig. Dr. Thomas Brieden von der Karl-Jaspers-Klinik bedauerte, dass Betroffene meistens sehr spät in die ambulante Sprechstunde der KJK kämen. Demenz sei zwar nicht heilbar, aber je früher sie behandelt würde, umso größer sei die Chance auf eine gute Lebensqualität.

Heinz Botzem bestätigte das. Er pflegt seine Frau seit zehn Jahren und hob die medizinische und psychologische Betreuung der Karl-Jaspers-Klinik positiv hervor. Das habe ihm Sicherheit gegeben und die Möglichkeit, sich auch mit seiner Rolle als Pflegender auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt durch seine Selbsthilfegruppe habe er gelernt, Hilfe anzunehmen, wovon seine Frau und er täglich profitieren würden.

Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)

Postanschrift:
Demenz-Informations- und
Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)
Alexanderstr. 189
26121 Oldenburg
info@vng-ol.de

Unser Spendenkonto
Kontoinhaber:
Versorgungsnetz Gesundheit e. V.
IBAN:  DE71 3006 0601 0005 5870 50
BIC:  DAAEDEDD
Stichwort: DIKO