Eine Herausforderung für Angehörige

Durch eine Demenz wird alles anders. Sie verändert den kranken Menschen ebenso wie seine Mitmenschen. Denn häufig versorgen und pflegen Partnerin, Partner oder Kinder eine demenzkranke Person. Das kann das Zusammenleben erschweren und sehr an den Kräften zehren.

Wie kann ich helfen?

  • Ein offener Umgang kann Verständnis im Familien und Bekanntenkreis schaffen. Falls möglich, wägen Sie gemeinsam mit Ihrem demenzkranken Familienmitglied ab, wie viel Offenheit gut ist.
  • Versuchen Sie einem Menschen mit Demenz nicht alles abzunehmen. Lassen Sie ihn kleine Dinge alleine machen, wie Gemüse schälen oder sich anziehen. Das kann helfen, vorhandene  Fähigkeiten zu erhalten.
  • Viele Demenzkranke können sich gut an Dingen oder Erlebnisse erinnern, die länger zurückliegen. Mit Fotos, Andenken, Musik, vertrauten Gerüchen oder Ausflügen können Sie Erinnerungen aufleben lassen.
  • Auch mit einer Demenz ist es möglich zu Hause zu leben. Wichtig ist es dann, die Wohnung an die neuen Bedürfnisse anzupassen, zum Beispiel mit Rauchmeldern, viel Licht oder Sicherungen am Herd. Außerdem sollten Sie Stolperstellen beseitigen. Dokumente wie Pässe sollten Sie sicher verwahren. GPS-Ortungsgeräte können bei Orientierungsproblemen helfen.
  • Halten Sie in Gesprächen Blickkontakt. Verwenden Sie kurze, einfache Sätze. Bleiben Sie geduldig, auch wenn Sie immer wieder die gleichen Fragen beantworten müssen.
  • Wutausbrüche und Beschimpfungen sind oft kaum auszuhalten. Auch wenn es schwerfällt: Versuchen Sie das nicht persönlich zu nehmen. Sie helfen Ihrem Gegenüber, indem Sie für Ablenkung sorgen und nicht diskutieren. Wenn möglich, können Sie an einem Training für Angehörige teilnehmen. Dort erfahren Sie, wie Sie mit schwierigem Verhalten und seelischen Auffälligkeiten umgehen können.
  • Demenzkranke können häufig Tag und Nacht nicht unterscheiden. Schlafstörungen sind die Folge. Bieten Sie dem betroffenen Familienmitglied genügend Aktivitäten am Tag an. Das kann den Tag-Nacht-Rhythmus verbessern.
  • Menschen mit Demenz haben oft keinen Hunger oder Durst. Fachleute empfehlen, Mahlzeiten liebevoll für die betroffene Person zu gestalten, etwa mit einem gedeckten gemeinsamen Tisch. Gutes Zureden und Lob können Erkrankte ebenfalls zum Essen Ermuntern.
  • Hilfreich ist es, wenn Sie die Behandlung im Blick behalten. Sie können beispielsweise auf Nebenwirkungen von Medikamenten, Schmerzen oder Anzeichen für andere Krankheiten achten.
  • Überlegem Sie frühzeitig mit der oder dem Erkrankten, wie es weitergehen soll, wenn sie oder er nicht mehr selbst entscheiden kann. Vorsorge lässt sich mit einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht treffen.

Was können Sie für sich tun?

  • Informieren Sie sich über Demenz sowie finanzielle Leistungen und Ihre Rechte als pflegende Angehörige.
  • Hilfe bei Fragen und Beratung bekommen Sie zum Beispiel bei Pflegekasse, Pflegestützpunkten, Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbänden oder Sozial- und Gesundheitsämtern.
  • Sie können sich an Angehörigen- und Selbsthilfegruppen wenden. Diese beraten und bieten Kurse für Angehörige an. Zudem können Sie sich mit anderen austauschen und Sorgen ansprechen.
  • Die Pflege eines demenzkranken Menschen kann dazu führen, dass Sie sich selbst überfordern. Viele Angehörige verzichten zum Beispiel auf Dinge, die ihnen lieb sind, wie Freundschaften oder Hobbys. Es mag Ihnen egoistisch erscheinen, dass Sie Freude haben, während die Ihnen zugehörige Person Ihre Unterstützung braucht. Doch niemandem ist geholfen, wenn Sie nicht auf sich achtgeben. Dann fehlt Ihnen die Kraft, sich um das kranke Familienmitglied zu kümmern.
  • Lassen Sie sich helfen. Nehmen Sie zum Beispiel Gesprächsangebote oder Unterstützung von anderen Angehörigen, aus dem Freundeskreis oder von Ehrenamtlichen an.
  • Nutzen Sie die Schulungsangebote für pflegende Angehörige vor Ort.
  • Wenn Sie mehr Unterstützung bei der Pflege oder eine Auszeit brauchen, können ambulante Pflegedienste Sie entlasten. Möglicherweise kommen auch Angebote wie Betreuungsgruppen, Pflege-Wohn-Gemeinschaften, Verhinderungs-, Tages- oder Kurzzeitpflege infrage.

Kontakt:
Demenz-Informations- und
Koordinationsstelle Oldenburg (DIKO)
Alexanderstr. 189
26121 Oldenburg
Fon: 0441 7706 6857
Email: info@diko-ol.de

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